Turnerinnen besuchen Leipzig

Schon bei der Ankunft am Hauptbahnhof Leipzig wurden die Turnerinnen durch die außergewöhnliche Architektur der Promenade, auf deren drei Ebenen über 100 Geschäfte zum Einkaufen einladen, in Bann gezogen.

Nach diesem ersten Eindruck aus dem modernen Leipzig startete die viertägige Reise mit einer Stadtbegehung und das Kennenlernen des historischen Kerns. Eindrucksvoll waren das Alte Renaissance Rathaus und die, spätestens seit 1989 als Keimzelle der friedlichen Revolution in ganz Deutschland bekannte, Nikolaikirche sowie die Thomaskirche mit dem steilsten Dach. Bekannt ist sie vor Allem wegen einem der besten Chöre und dem berühmtesten ehemaligen Kantor: Johann Sebastian Bach. Kaum eine andere Stadt kann eine so große Musiktradition vorweisen wie Leipzig mit seinem berühmten Gewandhaus, der Oper, dem Thomanerchor, dem Bach-Archiv. Johann Sebastian Bach lebte und wirkte 27 Jahre in Leipzig. Anschließend wurden die Informationen zur Stadt mit einer Busrundfahrt vertieft. Der erste Abend stand im Zeichen des Kabaretts der „Leipziger Pfeffermühle“.

Tags darauf besuchten die Frauen das Völkerschlacht Denkmal und erfuhren viel über die größte und blutigste Schlacht aus napoleonischer Zeit. 1813 standen sich mit den verbündeten Truppen Preußens, Russlands, Schwedens und Österreichs gegen die Armeen Napoleons 500.000 Soldaten gegenüber. Das 91 m hohe, massige Denkmal wurde zum Gedenken bereits 1913 fertiggestellt. Am Eingang blickt Erzengel Michael streng auf die Besucher herab. Im Inneren geht es über 500 Stufen und verschiedenen Aufzügen von der Krypta zur Ruhmeshalle dann zur Sängergalerie. Von der Aussichtsplattform entlohnte ein herrlicher Blick über die Stadt den beschwerlichen Aufstieg. Nachmittags ging es durch das angesagte Atelier- und Galeriezentrum in der ehemaligen Baumwollspinnerei. Am Abend war ein Tisch im 120 m hohen Panorama Tower Restaurant reserviert und die anschließende Vorstellung im Krystallpalast Varieté fand großen Anklang.

Sonntags war die Gruppe von dem Besuch des Leipziger Panometers, ein historischer Gasometer, fasziniert. Der Künstler Yadegar Asisi erinnert an den Untergang der Titanic 1912, die hier in einem beeindruckenden 360° Panorama dargestellt wird. Er fokussiert aber nicht den eigentlichen Untergang des Schiffes, sondern die Überheblichkeit des Menschen, der die Gesetze der Schöpfung überflügeln will. Einiges über die bekanntesten Bohnen gab es im ältesten Kaffeehaus Deutschlands „Coffe Baum“ mit dem dazugehörenden kleinen Museum zu erfahren. Die Geschichte des Kaffees als Geschenk des Orients an den Okzident wird in unzähligen Exponaten erzählt. Ein Abstecher in den Auerbach Keller durfte natürlich nicht fehlen, in dem Goethe von der Magie des Ortes fasziniert war und ihm in seinem Lebenswerk "Faust" zu ewigem Ruhm verholfen hat. Abends hinein ins Vergnügen! Mitten im Herzen der Leipziger Innenstadt liegt die originelle Ausgehmeile „Drallewatsch“ mit ihren unzähligen Kneipen und Szene-Bars. Das Highlight war der Abschluss in der „Vodkeria“ (die Getränkekarte weist über 100 verschiedene Cocktails aus).

Am letzten Tag starteten die Sportlerinnen zu unterschiedlichen Punkten. Einige besuchten den Leipziger Zoo mit der Tropenerlebniswelt Gondwanaland, um den urwüchsigen Regenwald per Boot, auf Trampel- oder Baumwipfelpfaden zu erkunden und viele Tierarten in einer artgerechten Umgebung zu sehen. Bei den anderen stand der Besuch der russischen Kirche und die unzähligen Passagen mit Einkaufsmöglichkeiten auf dem Plan. Am frühen Nachmittag ging es voller neuer Erlebnisse und Eindrücke zurück nach Besigheim.